Ausgangslage
Fahrzeugausstattungen, Optionen, Paketbindungen und Preise änderten sich laufend. Die daraus erzeugten Preislisten — umfangreiche, druckfertige Dokumente für Handel und Vertrieb — entstanden in Handarbeit: Werte aus mehreren Quellen zusammentragen, in eine Vorlage übertragen, Korrektur lesen, als PDF ausgeben.
Der Ablauf hatte zwei Kosten. Die offensichtliche war die Zeit. Die teurere war die Fehleranfälligkeit: Ein Übertragungsfehler in einer Preisspalte fällt in einem mehrseitigen Dokument nicht auf und wird erst bemerkt, wenn ein Händler danach verkauft hat. Jede Änderung an einer Ausstattungsregel bedeutete außerdem, dass das gesamte Dokument erneut durchgesehen werden musste, weil niemand sicher sagen konnte, an welchen Stellen sie durchschlägt.
Aufgabe
Die Preislisten sollten aus denselben Daten entstehen, die ohnehin gepflegt werden — und zwar so, dass Layout und Regelwerk getrennt bleiben. Eine Preisänderung durfte nicht bedeuten, dass jemand ein Dokument anfasst.
Vorgehen
Zunächst wurde das Regelwerk sichtbar gemacht. Welche Option setzt welche andere voraus, welche schließt welche aus, welche ist in welchem Paket bereits enthalten: Diese Zusammenhänge existierten, waren aber auf Merkblätter, Tabellenkommentare und Erfahrungswissen verteilt. Sie wurden in eine prüfbare Form überführt, in der Widersprüche auffallen, bevor ein Dokument entsteht.
Darauf setzt ein webbasierter Konfigurator auf. Er liest die führenden Daten, wendet das Regelwerk an und erzeugt daraus die Ausgabe. Layout und Inhalt sind getrennt: Das Erscheinungsbild liegt in Vorlagen, die Fachlogik im Regelwerk. Eine Änderung an der Gestaltung berührt keine Preise, eine Preisänderung berührt keine Gestaltung.
Bewusst nicht gebaut wurde ein Freigabe- und Redaktionssystem. Die Freigabe blieb dort, wo sie fachlich hingehört, und wurde nur um einen Schritt ergänzt: Vor der Ausgabe zeigt der Konfigurator, was sich gegenüber der letzten Fassung geändert hat. Das ist der Punkt, an dem ein Mensch tatsächlich gebraucht wird.
Ergebnis
Eine neue Preisliste entsteht in Minuten statt in Tagen, und sie enthält zwangsläufig dieselben Werte wie die Systeme, aus denen sie stammt. Der Änderungsvergleich vor der Ausgabe hat sich als der Teil erwiesen, der am häufigsten benutzt wird — er beantwortet die Frage, die vorher niemand beantworten konnte: Was ist eigentlich anders geworden?
Der Rückbau der Handarbeit war dabei nicht das Ziel, sondern die Folge. Das Ziel war, dass eine falsche Zahl nicht mehr unbemerkt in ein gedrucktes Dokument gelangen kann.