SVOLT Energy Technology Europe

Bevor die Fabriken da waren, musste ein Unternehmen stehen.

Prismatische Batteriezellen, Personalakte und leeres Namensschild auf mattschwarzem Grund, türkise Kantenlichter — Sinnbild für Marktauftritt und HR-Plattform, bevor die Fabriken standen.
Dieses Bild ist KI-generiert.

Die Öffentlichkeit kennt die Fabriken. 01PC war an der digitalen Basis von SVOLT Europe, bevor sie existierten: eigener Auftritt, eigene Kontakte, eigene Cloud.

Europa · ab 2019

  • Systemarchitektur
  • Corporate Web
  • API-Architektur
  • HR-Plattform
Investition Europa bis zu 2 Mrd. € Angekündigt, nicht ausgegeben. Nicht der Auftragswert von 01PC.
Zellkapazität 24 GWh Endausbau Überherrn laut damaliger Planung.
Arbeitsplätze bis zu 2.000 Saarland, Ankündigung 2020.
Regionen 32 geprüft vor der Entscheidung für das Saarland.

Der Auftrag

Was gebaut wurde, und warum so.

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Ausgangslage

SVOLT entstand aus der Batteriesparte von Great Wall Motor. Die Zellentwicklung begann innerhalb des Konzerns, 2018 wurde das Unternehmen als eigenständiger Batteriehersteller ausgegliedert — mit dem erklärten Ziel, nicht nur den eigenen Konzern zu beliefern, sondern als unabhängiger Tier-1-Lieferant internationale Automobilhersteller zu gewinnen. Zur technischen Story gehörten Lithium-Ionen-Zellen, Module und Packs, Battery-Management-Systeme und insbesondere kobaltfreie NMX-Zellchemie samt Stacking-Verfahren.

Der entscheidende Moment für Europa war 2019. Im Juli kündigte SVOLT die europäische Expansion an: Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro, eine Batteriefabrik mit perspektivisch 24 GWh, Kathodenmaterialproduktion und ein europäisches Technologiezentrum. Im September folgte der Auftritt auf der IAA in Frankfurt. Die Botschaft war Local-for-Local: europäische Kunden sollten perspektivisch aus europäischer Produktion beliefert werden. Fast zeitgleich, am 13. September 2019, begann laut Handelsregister die SVOLT Energy Technology (Europe) GmbH — zunächst in Dietzenbach, später mit Sitz in Frankfurt.

01PC kam nicht zu einer fertigen Europaorganisation hinzu. Die Gesellschaft war im Aufbau. Es gab keine gewachsene Systemlandschaft. Jede digitale Entscheidung musste getroffen werden, meist gleichzeitig und unter Zeitdruck.

Zwei Dinge standen sofort an: ein belastbarer europäischer Marktauftritt — nicht eine übersetzte Konzernseite, sondern ein eigener Auftritt mit eigener Identität — und die interne Personalverwaltung. Für Letztere existierten zunächst Tabellen. Das trägt, solange die Zahl der Beteiligten klein ist, und hört genau dann auf zu tragen, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.

02

Aufgabe

Nicht ein einzelnes digitales Produkt liefern. Die digitale Grundlage einer Organisation schaffen, die noch entstand — und die gleichzeitig mit Unternehmen, Öffentlichkeit und später der europäischen Expansion wachsen musste.

Konkret: die komplette Corporate-Webpräsenz — Identität, Design, ein Template, das Standorte, Presse, Karriere, Fragen und Medien tragen kann, zweisprachig von Beginn an —, die Marketing-Infrastruktur dahinter einschließlich Kontaktdatenbank und Formularstrecken, Datenbank- und API-Architektur zur Anbindung interner Systeme, Cloud und Betrieb als ausgelagerter Partner, und eine Lösung für die Personalprozesse. Für den Personalbereich war zunächst offen, ob ein Standardprodukt genügt oder ob eine eigene Anwendung nötig ist.

01

Corporate-Webpräsenz

Die komplette europäische Site, nicht eine Folie. Eigene Identität, eigenes Template, Deutsch und Englisch. Standorte, Presse, Karriere, Medien — derselbe Auftritt, keine Inseln.

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Marketing-Infrastruktur

Kontaktdatenbank, Formulare und Medienarchiv in der eigenen Infrastruktur. Was ankommt, bleibt im System — nicht in einem fremden Formular-SaaS.

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Datenbank- und API-Architektur

Interne Systeme docken über dokumentierte Schnittstellen an. Cloud und personenbezogene Daten nach ISO/IEC 27001, 27017 und 27018; die Anwendungen nach 27034, die Folgenabschätzung nach 29134.

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HR-Management-Plattform

Eigene Anwendung statt Standardprodukt: mehrsprachige Abläufe, konzerninterne Abstimmungswege, Berichtspflichten in zwei Richtungen.

Diese Bilder sind KI-generiert.

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Vorgehen

Die Build-or-Buy-Frage wurde vor dem Bauen beantwortet, nicht danach. Geprüft wurde entlang der tatsächlichen Abläufe: Welche Schritte sind branchenüblich und damit in Standardprodukten abgebildet, welche sind der Lage einer neu gegründeten europäischen Gesellschaft geschuldet? Der Anteil der zweiten Kategorie war hoch genug — mehrsprachige Abläufe, konzerninterne Abstimmungswege, Berichtspflichten in zwei Richtungen —, dass ein Standardprodukt überwiegend umgangen worden wäre. Ein Produkt, das man in der Mehrzahl der Fälle umgeht, ist teurer als eine eigene Anwendung, weil man beides pflegt.

Gebaut wurde eine eigene Plattform, aber bewusst schmal: nur die Abläufe, die tatsächlich stattfinden, mit klaren Schnittstellen nach außen. Die Datenarchitektur wurde so geschnitten, dass interne Systeme über dokumentierte Schnittstellen andocken, statt direkt auf Datenbanken zuzugreifen. Das ist die Entscheidung, die sich später auszahlt, wenn ein System ausgetauscht wird.

Der Marktauftritt entstand auf derselben Grundlage — und er war kein Anhängsel. Gebaut wurde die komplette europäische Site: eigene Bildsprache, eigene Typografie, eigene Farbwelt. Nicht die chinesische Konzernseite mit einem anderen Logo, sondern ein Auftritt, der vor europäischen OEMs, Landespolitik und Bewerberinnen bestehen musste. Das Template war so geschnitten, dass neue Inhalte — ein Standort, eine Pressemeldung, eine Karriereseite, ein Medienarchiv — denselben Rahmen nutzen, statt jedes Mal neu gestaltet zu werden. Deutsch und Englisch lagen auf derselben Struktur. Inhalte und Darstellung sind getrennt, damit ein Ausbau in weitere Sprachen keine Neuentwicklung ist.

Was die Site entgegennimmt, blieb in der eigenen Infrastruktur. Anfragen und Bewerbungen liefen nicht in ein fremdes Formularprodukt, sondern in eine Kontaktdatenbank, die 01PC in der europäischen Cloud-Architektur von SVOLT geführt hat — mit dokumentierten Schnittstellen nach innen, nicht mit Direktzugriff auf Tabellen.

Aufbau

Von der Site in die eigene Cloud.

Ablaufdiagramm auf dunklem Grund: Website, Formulare, Kontaktdatenbank, APIs und Cloud, darunter interne Systeme — Sinnbild für die europäische Datenarchitektur von SVOLT.
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Sicherheit

Die Sicherheits- und Datenschutzlage war keine Checkliste hinterher. Das Managementsystem lag auf ISO/IEC 27001, die Cloud-Kontrollen auf 27017, der Umgang mit Bewerber- und Anfragedaten in der öffentlichen Cloud auf 27018. Die Web-Anwendungen — Formulare, Sessions, Uploads — folgten ISO/IEC 27034. Für die Bewerbungs- und Kontaktstrecken gab es eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach ISO/IEC 29134. 27001, 27017 und 27018 sind der zertifizierbare Kern. 27034 und 29134 sind angewandte Normen, keine eigenen Plaketten.

Drei zertifizierbare Normen, zwei angewandte.

Fünf gestapelte Platten mit ISO/IEC 27001, 27017, 27018, 27034 und 29134 — Sinnbild für den Normenrahmen hinter Cloud, Formularen und Bewerberdaten.
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Umfeld

Mit zunehmender öffentlicher Sichtbarkeit des Projekts entstand ein professionelles Kommunikationsökosystem aus internem Marketing, digitaler Infrastruktur und externer Public Relations. Schwartz Public Relations übernahm ab 2020 die strategische Kommunikation des europäischen Großprojekts. 01PC blieb bei digitaler Infrastruktur, IT und Marketing Execution. Das ist die stärkere Rollenverteilung: niemand muss behaupten, alles allein gemacht zu haben.

Die Arbeit musste in einem Umfeld funktionieren, das weit über eine einzelne Abteilung hinausging. SVOLT China, SVOLT Europe, europäisches Management, später Landespolitik, Standortentwicklung, Medien, Bewerberinnen und Bewerber. Eine Website, die nur intern trägt, hätte hier nicht gereicht.

Zwischen Oktober 2019 und September 2020 prüfte SVOLT 32 Standorte in Europa. Im November 2020 wurde das Saarland öffentlich: Zellfertigung in Überherrn, Module und Packs in Heusweiler, bis zu 2.000 Arbeitsplätze, perspektivisch 24 GWh. 01PC begleitete den Aufbau der europäischen Organisation bereits vor dieser Ankündigung. Das Mandat hatte nicht das Volumen der angekündigten Industrieinvestition — es lag in deren Vorfeld, auf der digitalen Seite einer Organisation, die diese Investition überhaupt erst tragen sollte.

Während des Engagements entwickelte sich SVOLT unter anderem zum Batterielieferanten von Stellantis. Das zeigt, in welcher Enterprise-Welt die europäische Gesellschaft operierte. Es heißt nicht, dass 01PC für Stellantis gearbeitet hat.

06

Ergebnis

Die Gesellschaft verfügte über einen eigenständigen europäischen Auftritt — identifizierbar, zweisprachig, erweiterbar — und über Personalprozesse, die zu ihren tatsächlichen Abläufen passten statt zu denen eines Produkts. Kontakte und Bewerbungen lagen in der eigenen Landschaft, nicht bei einem Formularanbieter, und unter dem Satz ISO/IEC 27001, 27017, 27018, 27034 und 29134. Die Schnittstellenschicht hat sich als die tragende Entscheidung erwiesen: Sie war anfangs Mehraufwand und ist der Grund, warum spätere Ergänzungen keine Eingriffe in bestehende Systeme erforderten.

Die Build-or-Buy-Frage vorab sauber zu beantworten, hat mehr Zeit gekostet als sie zu überspringen. Sie im laufenden Projekt neu zu stellen, hätte deutlich mehr gekostet.

SVOLT stellte seine europäischen Expansionspläne im Zuge der veränderten Marktsituation schließlich ein und beendete 2025 das operative Europageschäft. Das Mandat gehört damit zu einer abgeschlossenen Phase — vom frühen Organisationsaufbau bis zur Phase groß angelegter Industrialisierungspläne.

Der Maßstab der damaligen Arbeit bleibt derselbe. 01PC war da, bevor die öffentliche Größe entstand. Nicht als späterer Vendor einer fertigen Organisation, sondern als digitaler Partner, während die Organisation selbst noch gebaut wurde.

Prismatische Batteriezellen in einem dunklen Labor, türkise Reflexe auf Metall — Sinnbild für die Zelltechnologie, um die der europäische Marktauftritt kreiste.
Dieses Bild ist KI-generiert.

Rollen

Wer was gemacht hat.

Niemand muss behaupten, alles allein gemacht zu haben. Die Aufteilung stand von Anfang an fest und ist der Grund, warum beide Seiten ihre Arbeit machen konnten.

Digitale Infrastruktur, IT, Marketing Execution

01PC

Ausgelagerter IT- und Digitalpartner in der Aufbauphase. Europäischer Marktauftritt samt Identität und Template, Marketing-Infrastruktur, Kontaktdaten, Schnittstellen, Cloud und die HR-Plattform.

Strategische Public Relations

Schwartz Public Relations

Ab 2020 mit der Kommunikation des europäischen Großprojekts beauftragt. Medien, Öffentlichkeit, politische und industrielle Sichtbarkeit.

Chronik

Vom Markteintritt zum formalen Abschluss.

Der interessante Teil ist nicht der spätere Verlauf der Industriegeschichte. Der interessante Teil ist, wann 01PC dort war.

2019

Europäische Organisation entsteht

SVOLT kündigt die Europa-Expansion an und tritt auf der IAA in Frankfurt auf. Die Europe GmbH beginnt im September. 01PC ist in dieser Frühphase als digitaler Partner an Bord: der europäische Auftritt musste erfunden werden, nicht von der Konzernseite übernommen.

2020

Saarland gegen 32 Regionen

Öffentliche Ankündigung zweier Produktionsstandorte, bis zu 2.000 Arbeitsplätze, perspektivisch 24 GWh. Schwartz PR übernimmt die strategische Kommunikation. Aus dem Markteintritt wird eines der sichtbarsten Industrieprojekte der Region.

2021

Finanzierung und Stellantis

Kapitalrunden in Milliardenhöhe und ein Auftrag von Stellantis in der Größenordnung von rund zwei Milliarden Euro. SVOLT operiert in der Enterprise-Welt europäischer OEMs. 01PC hat für Stellantis nicht gearbeitet — das Mandat blieb SVOLT Europe.

2022

Produktionsnetz nimmt Form an

Mietvertrag Heusweiler, Brownfield Lauchhammer. Zeitweise die Kette Zellen → Module und Packs → europäische OEMs, plus die weiterhin geplante Großfertigung in Überherrn.

2023

Noch immer Expansion

Richtfest in Heusweiler. Prüfung weiterer europäischer Zellkapazität. Die Story war zu diesem Zeitpunkt nicht auf Rückzug programmiert.

2024–2026

Strategiewende und formaler Abschluss

Lauchhammer wird aufgegeben, das operative Europageschäft endet 2025, Überherrn wird 2026 formal geschlossen. Eine abgeschlossene Industriegeschichte — kein laufendes Werk, das 01PC heute mitbetreibt.

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