Fluggesellschaft

Ein Bordportal, das auf über 300 Geräten funktioniert

Für eine Fluggesellschaft entstanden Inflight-Portal, Media Center und automatisierte Mailings. Die eigentliche Schwierigkeit lag nicht in der Gestaltung, sondern in der Gerätevielfalt an Bord und im Posteingang.

Auftraggeber Fluggesellschaft
Größenordnung Airline innerhalb einer Luftfahrtgruppe
Region Europa

Ausgangslage

An Bord greifen Passagiere mit ihren eigenen Geräten auf das Portal zu. Das ist eine andere Lage als im offenen Internet: Die Geräteverteilung ist breiter, viele Geräte sind alt, die Verbindung ist schmal und bricht ab, und ein Nachladen ist oft nicht möglich. Was am Boden als Randfall gilt, ist auf zehn Stunden Flugzeit der Normalfall.

Parallel dazu die Mailings: Newsletter werden von Postfachanbietern und Mailprogrammen sehr unterschiedlich dargestellt. Eine Vorlage, die in einem modernen Webclient gut aussieht, kann in einem älteren Desktop-Programm auseinanderfallen — und dort sitzt ein erheblicher Teil der Empfänger.

Aufgabe

Portal und Media Center mussten mit der Bordinfrastruktur zusammenarbeiten, Mailings mussten zuverlässig und automatisiert versendet werden. In beiden Fällen lautete die Anforderung nicht „modern”, sondern „funktioniert auch dort, wo wir nichts steuern können”.

Vorgehen

Für das Portal war die entscheidende Festlegung, welche Funktionsfähigkeit als Grundlinie gilt und was darüber hinaus eine Zugabe ist. Die Grundlinie musste ohne moderne Browserfunktionen auskommen und bei abbrechender Verbindung in einem brauchbaren Zustand bleiben. Alles Weitere kam additiv obendrauf — nicht umgekehrt. Diese Reihenfolge ist der Unterschied zwischen einem Portal, das auf alten Geräten notdürftig läuft, und einem, das dort einfach läuft.

Die Anbindung an die Bordsysteme erfolgte über die vorgegebenen Schnittstellen des Systemherstellers. Deren Eigenheiten und Grenzen wurden dokumentiert, statt sie zu umgehen — bei fremdbetriebener Infrastruktur ist eine dokumentierte Grenze verlässlicher als ein Kunstgriff, der beim nächsten Systemstand ausfällt.

Für die Mailings entstand eine Vorlagenbasis, die gegen eine große Zahl realer Geräte- und Programmkombinationen geprüft wurde. Der Aufwand liegt hier nicht im Entwurf, sondern im systematischen Nachweis. Der Versand selbst wurde in einer Cloud-Umgebung automatisiert, mit protokollierten Läufen und einer Meldung bei Abbruch.

Ergebnis

Portal und Media Center laufen über die Gerätebreite hinweg, ohne dass für einzelne Modelle Sonderfälle gepflegt werden müssen. Die Mailings sind nachweislich auf einer breiten Grundlage geprüft, statt auf der Annahme zu beruhen, dass Empfänger schon ähnliche Programme benutzen werden.

Übertragbar ist vor allem die Reihenfolge: erst die Grundlinie festlegen, die überall trägt, dann verbessern. Der umgekehrte Weg — bauen und danach zurückrüsten — ist in beiden Bereichen der teurere.

  • Solution Architecture
  • Digital Consulting
  • Systemintegration

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